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Gabriele Bohnebuck

Wandlitzer Wachstumsschmerzen??

Wen schmerzt da was? So manch ein Ortsteil hätte sicher gerne mehr Wachstum. Prenden und Lanke sowie Schönerlinde würden sich über Wachstum freuen. Denn mit wachsender Einwohnerzahl hätten sie vielleicht doch die Chance einen Bäcker, Fleischer oder zumindest einen Discounter für ihren Ort zu interessieren.

 Selbst in Zerpenschleuse gibt es kaum Wachstum bei der Einwohnerzahl. Aber der Ortsteil wird zukünftig von der Sanierung des Alten Trödels und vom Urlauberdorf profitieren. Schlecht ins Ortsbild passen die Ruinen der alten Villen am Trödel, insbesondere Ecke L100. Wenn hier nicht bald  private Initiative greift, muss die Gemeinde aktiv werden. Gleiches gilt für Prenden mit seiner Gewerberuine mitten im Dorf. Wenn der Ortsteil Wohnungen bauen will, dann dort. Interessenten wird es geben. Der Ortsteil ist landschaftlich schön gelegen und die Nähe zur Autobahn gibt den Berufstätigen die Möglichkeit Berlin schnell zu erreichen. Die Anbindung zum Gemeindezentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss aber verbessert werden, wie auch für Lanke.  Mit dem neuen Gemeindezentrum, der Kita und der Feuerwehr hat sich für viele Lanker ein großer Wunsch erfüllt. Die private Initiative zur Sanierung des Schlosses tut ein weiteres um den touristisch interessanten Ort weiter zu bringen. Das Damoklesschwert des Kiesabbau und der dadurch steigenden Lärmbelästigung der Autobahn schwebt aber weiter über dem Ortsteil.  Klosterfelde hat sich ohne große Wohngebiete weiter entwickelt und hat eine gute Anzahl kommunaler Wohnungen, welche aber einen erheblichen Sanierungsbedarf haben. Da der einzige Oberschulstandort der Gemeinde dort der Grundschule und auch der Kita Räume abgenommen haben, wird es in diesem Bereich eng und müssen neue Entscheidungen getroffen werden. Und wer sich die Ortsteile Stolzenhagen und Schönwalde ansieht, kann dies auch ohne Schmerzen tun. In den Siedlungsgebieten werden Wochenendgrundstücke immer mehr zu Wohngrundstücke ausgebaut, ohne die gesamte Ortsstruktur zu belasten. Beide haben Gemeindezentren für ihre Vereine und Kitaplätze die weiter ausgebaut werden. Die großen Knackpunkte sind Basdorf und Wandlitz. Insbesondere der Autoverkehr in Wandlitz ist ein großes Problem. Hier hat es die Gemeinde über viele Jahre verpasst, den Investoren Vorgaben zur Verkehrstechnischen Erschließung zu machen. Jeder hat sein eigenes mehr oder minder großes Handtuch bebaut und gerade beim Straßenbau wurden die Kosten gedrückt. Mit der nötigen Weitsicht hätte es keine Sackgassen geben müssen. Und wer großflächig Siedlungsflächen anlegt, muss natürlich auch an den Kosten der Infrastruktur beteiligt werden. Wer der Meinung ist Bauträger nicht verprellen zu wollen, muss dann selber Geld in die Hand nehmen und für die nötige Infrastruktur sorgen. Der Kreuzungsbereich zum Lanker Weg kann nur ein erster Schritt sein.  Für den Sitz der Verwaltung mussten Einrichtungen geschaffen werden, aber deshalb muss der Ortsteil nicht zwangsläufig der Größte sein. Bei Diskussionen zum Leitbild der Gemeinde wurden viele Probleme erkannt, aber die Willensbekundungen sind leider so umfangreich und allgemein gehalten, dass im Detail immer noch anders entschieden werden kann. Ja, die Gemeinde Wandlitz muss bei der derzeitigen Bevölkerungsentwicklung in Kitas und Schulen investieren. Sie muss dies aber nicht für Oberschule oder Gesamtschule tun. Diese Aufgabe kann sie an den Landkreis übertragen und Gemeinden wie Panketal, die das bereits getan haben, bereuen es nicht.  Es muss dringend in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden, um den Belastung auf der Straßen entgegen zu wirken. Warum soll sich Wandlitz nicht auch Gemeindelinien leisten können, so wie Bernau seine Stadtlinien? Es bringt nichts, den Autoverkehr auf kleine Anliegerstraßen umzuleiten, der Leidensdruck wird nur noch größer und der sicherste Schulweg für die Kinder muss nicht Muttis Auto sein. Gerade teilt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit: “Ziel ist in einigen Jahren ein Halbstundentakt der Züge zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Klosterfelde“ Super – aber in einigen Jahren ist zu spät! Also müssen wir den derzeitigen Takt mit Bussen ergänzen.